Sonntag, 6. Mai 2018

Dämonengrab von Jörg Benne



Dämonengrab von Jörg Benne



Welcher kleine Junge träumt nicht davon, eines Tages als Held in den Geschichtsbüchern zu stehen?! So fühlt auch der junge Ordo, der gemeinsam mit seinem Freund Verjan in einem kleinen Dorf wohnt. Neugierig, auf Abenteuer aus und so manchen Schabernack im Kopf. Als eines Tages ein ungewöhnlicher Sturm aufkommt, der Schlammlawinen losschickt und das Dorf ins Chaos stürzt, entdecken die beiden Jungen den Zugang zu einem längst dem Aberglauben abgeschriebenen Tempel.

Von ihrer natürlichen Neugier gepackt, begeben sich die beiden in die Tiefen des unterirdischen Tempels. Was dort lauert ist grauenvoller, als sie sich je vorstellen konnten… Die Dorfbewohner sind gläubige Menschen und so besagt die Legende, dass der riesige Tempel vor langer Zeit von Kultisten als Ort für dunkle Magie genutzt wurde. Dies hatte zur Folge, dass durch Beschwörungsrituale Dämonen verehrt wurden, was der guten Göttin ein Dorn im Auge war. So ließ sie einen gewaltigen Erdrutsch entstehen, der den Tempel für alle Ewigkeit zerstören und verschütten sollte.

Als am nächsten Tag der Freund Ordo´s mit samt seiner Familie verschwindet und deren Haus mit Blut verschmiert und verwüstet vorgefunden wird, plagt Ordo das schlechte Gewissen. Die Gardisten sind bemüht den Fall aufzuklären und als der Junge mit der Sprache herausrückt, spricht sich schnell rum, dass es den Tempel wirklich gibt.

Um die aus aller Welt anreisenden Schatzjäger unter Kontrolle zu halten, entscheidet der leitende Inspektor der Garde, eine Gruppe aus mehr als 10 Leuten zusammen zu stellen, die gemeinsam in der dunklen Tempelanlage nach der Familie suchen sollen. Im Untergrund angekommen, beginnt der Albtraum…

Die fiktive Welt um Nuraneth, in denen die Romane von Jörg Benne spielen, schaffen den perfekten Platz für Fantasy-Horror! „Dämonengrab“ liest sich schnell und flüssig. Im ersten Drittel beginnt die Story erstmal recht beklemmend. Der Horror baut sich nach und nach auf, was die Spannung kontinuierlich aufrecht erhält. Gerade in dem Tempel, wird dem Leser schnell bewusst, wie gruselig diese Kulisse für die Protagonisten sein muss. Dunkel, immer wieder ein leises heulen und als die ersten Morde geschehen, die vom Autor sehr gut und detailliert beschrieben werden, ist auch der Leser mitten drin im Grauen!

Für mich war es von Anfang an wie eine Art „Survival-Horror“, der mehr und mehr an Fahrt gewinnt. Schnell entstehen Verdächtigungen, Misstrauen gegenüber einzelnen Gruppenmitgliedern und das nächste Szenario wird erwartet. Die unerwarteten Wendungen fand ich genial, da dem Autor so ein Roman gelungen ist, der doch ein bisschen anders war als man sonst so gewohnt ist. Was ich mir gewünscht hätte wäre ein Glossar, um immer mal wieder in Erinnerung rufen zu können, welcher Charakter welche Rolle spielte, da es doch schon eine große Gruppe war. Außerdem waren die Namen ja sehr außergewöhnlich, sodass ich ein wenig länger gebraucht habe, alle Charaktere zu erfassen. Auch an Tiefgang der Protagonisten hat es mir ein wenig gefehlt, was sicherlich der Vielzahl geschuldet ist.

Dennoch bin ich sehr begeistert von dem Horror-Fantasy-Roman und werde sicherlich weitere Geschichten in und um Nuraneth von Jörg Benne lesen!